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Bildbeschriftung: Oli Epp, Evol Love, 2019, Öl und Acryl auf Leinwand, 130 x 150 cm; Bildrecht: © Courtesy of Oli Epp and Carl Kostyál Gallery, Foto: Yuki Shima

Friends and Friends of Friends

Schlossmuseum / 01. Okt. 2020 bis 06. Jan. 2021

Sonderausstellung

Friends and Friends of Friends
Ausstellungsdauer: 1. Oktober 2020 – 6. Jänner 2021
Schlossmuseum

Die OÖ Landes-Kultur GmbH präsentiert im Linzer Schlossmuseum mit der Ausstellung „Friends and Friends of Friends“ Künstler*innen, die über die Internetplattform Instagram internationale Berühmtheit erlangt haben. Die rund 20 Positionen stehen stellvertretend für eine künstlerische Bewegung, die sich die Medialisierung zu Nutze macht und ihren Bekanntheitsgrad mittels virtueller Vernetzung steigert. Das „liken“ von Bildern ist hierbei nicht nur ein soziales Feedback-Instrument unter Freunden, sondern eine direkte Reaktion und Weiterempfehlung. Es entstehen zudem neue Gestaltungsprinzipien, die Parallelen mit der Entwicklung der amerikanischen Pop Art aufweisen, wie sie von Andy Warhol bis Cindy Sherman formuliert wurden. Für die Verbindung von Digitalem und Malerei steht beispielsweise der britische Künstler Oli Epp, der bereits im Jahr 2017 den Begriff “Post-Digital Pop“ verwendet.

Gleichzeitig machen die „Instagram Künstler*innen“ eine neue Bildkultur sichtbar, die durch die direkte Interaktion mit den Betrachtern*innen entsteht. Sie reagieren dabei etwa auf die strukturellen Vorgaben des Instagram-Formates, bevorzugen grelle Farbpaletten oder bedienen sich der visuellen Logik der Internetwerbung. Mit den formalen Werkzeugen einer medialen Maschinerie spiegeln sie die gegenwärtige Realität und das Zeitgeschehen, nicht ohne diese kritisch zu hinterfragen. Mitunter ist es die Instagram-Welt selbst, die zynisch und kritisch überzeichnet wird.

Die New Yorker Künstlerin Gina Beavers analysiert beispielsweise Schmink-Lehrgänge, die Kosmetikfirmen im Internet anbieten und stellt mit ihren großformatigen, pastosen Bildern die Mechanismen der Instagram-Werbung bloß. Kris Lemsalu, die Estland auf der Kunstbiennale in Venedig 2019 vertrat, zeigt in ihrer Installation „Evian Desert 2“ scheinbar reelle Spuren einer fantastischen Welt. Brandon Lipchik übersetzt in seinen collageartigen Bildern die Ästhetik amerikanischer Spielfilme der 1980er und 1990er Jahre. Wie eine Kameradrohne richtet er seinen Blick aus einer extremen Vogelperspektive auf die Privatsphäre von Männer in ihrem kleinbürgerlichen Umfeld.

Die Ausstellung filtert die Bilder aus dem Kontext der sozialen Medien, präsentiert sie im musealen Kontext und eröffnet neue Möglichkeiten der künstlerischen Wahrnehmung. Die Kunstwerke, die auf dem kleinen Bildschirm eines Smartphones Aufmerksamkeit erregen, werden unmittelbar erfahrbar. Spannend ist, welche Werke die Besucher*innen für sich entdecken, abfotografieren und gegebenenfalls über ihren eigenen Instagram-Account posten. Die Ausstellung öffnet sich somit den Herausforderungen der modernen und international wirksamen Museumspraxis.

Künstler*innen

Gina Beavers, Daniel Boccato, Shawanda Corbett, Nick Doyle, Oli Epp, Al Freeman, Dominique Fung, Roxanne Jackson, Cheyenne Julien, Austin Lee, Kris Lemsalu, Dale Lewis, Brandon Lipchik, Jebila Okongwu, Harrison Pearce, Peter Schuyff, Devan Shimoyama, Sarah Slappey, Ben Spiers, Rene Matić


Bildbeschriftung: Oli Epp, Evol Love, 2019, Öl und Acryl auf Leinwand, 130 x 150 cm
Bildrecht: © Courtesy of Oli Epp and Carl Kostyál Gallery, Foto: Yuki Shima

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