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Der Meteorit von Prambachkirchen

Der berühmteste Außerirdische Oberösterreichs – und zugleich das mit sehr, sehr großem Abstand älteste Objekt in den Sammlungen des Oberösterreichischen Landesmuseums – nahm am 5. November 1932 mit der Erde Kontakt auf. Um genau zu sein, trat er äußerst heftig in Kontakt mit
einem Acker bei Obergallsbach (Gemeinde Prambachkirchen).Es war einige Minuten vor 22 Uhr, als seltsame Lichterscheinungen für mehrere Sekunden das damals nebelige Tal hell erleuchteten und zunächst ein starker und dann noch ein zweiterschwächerer Knall sowie ein immer lauter werdendes
Geräusch zu hören waren. So plötzlich wie alles begonnen hatte, endeten diese Erscheinungen mit einem deutlich vernehmbaren, dumpfen Aufschlag. Am darauffolgenden Tag fand der Landwirt Anton Doppelbauer zunächst eine Vertiefung im Boden seines Ackers und dann den Meteoriten selbst, der 23 Zentimeter tief im Boden steckte. Nach den Angaben des Finders zum Einschusskanal handelte es sich um eine Einfallsrichtung aus NNW mit einem Eintreffwinkel von 60°. Im Rahmen der Untersuchungen der Flugbahn dieses Meteoriten wurde jedoch festgestellt, dass er höchstwahrscheinlich über dem westlichen Oberitalien in die Erdatmosphäre eintrat und die Tauern in etwa 50 Kilometer Höhe überquerte. Südlich von Wels spaltete sich in ungefähr 14 Kilometer Höhe dann ein Stück des Meteoriten ab, was den abrupten Wechsel seiner Flugbahn verursachte (KOHL 1992) Das Gewicht des Meteoriten betrug bei seiner Auffindung 2,125 Kilogramm, seit der Entnahme einer Probe zwecks Untersuchungen wiegt er nur noch 1,987 Kilogramm. Es handelt sich bei dem Meteoriten von Prambachkirchen um einen Steinmeteoriten, einen sogenannten Chondriten, zu dessen Klasse 85% aller Meteoriten gehören. Dieser Meteoriten-Typ hat seinen Namen von den Chondren, wenige Millimeter großen Kügelchen aus Silikatmineralen, die 20 bis 90% des Volumens des Meteoriten ausmachen können. Chondrite sind die ursprünglichsten Meteoriten, die wir auf der Erde finden. Sie sind Relikte des solaren Nebels – der großen Staub- und Gasscheibe, aus der vor rund 4,6 Milliarden Jahren die Sonne, die Planeten und die Kometen entstanden sind.
Björn Berning

DER METEORIT
VON PRAMBACHKIRCHEN
Hypersthen-Olivin-Chondrit, 13,5 x 12,5 x 7 cm
Sammlung Geowissenschaften, Inv. Nr. 1932/297

LITERATUR (AUSWAHL):
KOHL 1992


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